Presse Musikbeispiele

OGLOUDOGLOU




Menschliche Stimme - Schlaginstrumente

Für die ersten musikalischen Äußerungen die der frühe Mensch dem Kosmos abgelauscht hat, waren wohl die eigene menschliche Stimme und aufeinander geschlagene Materialien die naheliegendsten Instrumente. Diese archaischen Musikinstrumente stehen auch für das Gegenüber von klingender Innenwelt (die Stimme) und Außenwelt (der durch Anschlagen hörbare Eigenklang irdischer Materialien). Dieses Gegenüber, diese Reduktion auf die dem Menschen unmittelbarsten Klangerzeugungen, ist es wohl auch, was zeitgenössische Komponisten reizt für die Kombination Stimme - Schlagzeug zu komponieren. Nach einer langen Entwicklung zu großen, komplexen Formen von Musikereignissen zurück zu gehen zu diesem archaischen Ausgangspunkt, um in ihm auch eine zeitgenössische, auf das Wesentliche reduzierte, Ausdrucksweise zu finden.

 

Das Duo „Ogloudoglou“ mit Frank Wörner - Stimme und Michael Kiedaisch - Schlaginstrumente spielt Musik von John Cage, Giacinto Scelsi, Iannis Xenakis, Pierluigi Billone und Improvisationen

 

 

Presse



Basler Zeitung 26.3.2005

 

Hörabenteuer / Das Duo „Ogloudoglou“ verwandelte den Gare du Nord in einen Zaubergarten

 

Der differenziert ausformulierten Sprache trauen wir nicht mehr restlos, denn zu oft erleben wir, wie sie bedenkenlos instrumentalisiert wird und den Menschen willig zu Diensten ist. Darum haben Schriftsteller, und das nicht erst seit Dada“, nach Sprach- und Sprechmöglichkeiten gesucht, die resistent gegen alle Arten von Sprachinstrumentalisierung sind und das auszudrückende unverfälscht wiedergeben. Eine dieser Möglichkeiten ist die Sprache als blosse Lautung, als Klangfolge vokaler und konsonanter Silben, die keine rational erfassbare Mitteilung mehr transportieren, sondern um ihrer selbst willen da sind. Vielleicht klangen so die menschlichen Ursprachen, wie vielleicht auch die Urmusiken darin bestanden, daß die Menschen mit den Händen oder einem Gegenstand auf alles ihnen erreichbare schlugen und es zum Tönen brachten.

 

Zwei Musiker, die sich auf diese Spurensuche machen, sind der Bassist Frank Wörner und der Schlagzeuger Michael Kiedaisch. Als Duo gaben sie sich den klangvollen Namen „Ogloudoglou“, und am Dienstag Abend verwandelten sie für 80 Minuten den Gare du Nord in einen Zaubergarten. Aufs Programm hatten sie sieben Stimm- und Schlagzeugstücke von Giacinto Scelsi, die Nummern 64 und 85 aus John Cages „Song Books“, von Pierluigi Billone ein Stimmstück und Iannis Xenakis‘ „Kassandra“ für Stimme und Schlagzeug gesetzt. So verschieden diese Musiken sind, sie verschmolzen zu einem fantastischen Hörabenteuer, lockten die Zuhörer in eine „unerhörte“ Klangwelt, die, frei von jeder Geschwätzigkeit, nur für sich besteht. In höchster Konzentration gesungen Menschliche Stimme - Schlaginstrumente Für die ersten musikalischen Äußerungen die der frühe Mensch dem Kosmos abgelauscht hat, waren wohl die eigene menschliche Stimme und aufeinander geschlagene Materialien die naheliegendsten Instrumente. Diese archaischen Musikinstrumente stehen auch für das Gegenüber von klingender Innenwelt (die Stimme) und Außenwelt (der durch Anschlagen hörbare Eigenklang irdischer Materialien). Dieses Gegenüber, diese Reduktion auf die dem Menschen unmittelbarsten Klangerzeugungen, ist es wohl auch, was zeitgenössische Komponisten reizt für die Kombination Stimme - Schlagzeug zu komponieren. Nach einer langen Entwicklung zu großen, komplexen Formen von Musikereignissen zurück zu gehen zu diesem archaischen Ausgangspunkt, um in ihm auch eine zeitgenössische, auf das Wesentliche reduzierte, Ausdrucksweise zu finden. Das Duo „Ogloudoglou“ mit Frank Wörner - Stimme und Michael Kiedaisch - Schlaginstrumente spielt Musik von John Cage, Giacinto Scelsi, Iannis Xenakis, Pierluigi Billone und Improvisationen Basler Zeitung 26.3.2005 Hörabenteuer / Das Duo „Ogloudoglou“ verwandelte den Gare du Nord in einen Zaubergarten Der differenziert ausformulierten Sprache trauen wir nicht mehr restlos, denn zu oft erleben wir, wie sie bedenkenlos instrumentalisiert wird und den Menschen willig zu Diensten ist. Darum haben Schriftsteller, und das nicht erst seit Dada“, nach Sprach- und Sprechmöglichkeiten gesucht, die resistent gegen alle Arten von Sprachinstrumentalisierung sind und das auszudrückende unverfälscht wiedergeben. Eine dieser Möglichkeiten ist die Sprache als blosse Lautung, als Klangfolge vokaler und konsonanter Silben, die keine rational erfassbare Mitteilung mehr transportieren, sondern um ihrer selbst willen da sind. Vielleicht klangen so die menschlichen Ursprachen, wie vielleicht auch die Urmusiken darin bestanden, daß die Menschen mit den Händen oder einem Gegenstand auf alles ihnen erreichbare schlugen und es zum Tönen brachten. Zwei Musiker, die sich auf diese Spurensuche machen, sind der Bassist Frank Wörner und der Schlagzeuger Michael Kiedaisch. Als Duo gaben sie sich den klangvollen Namen „Ogloudoglou“, und am Dienstag Abend verwandelten sie für 80 Minuten den Gare du Nord in einen Zaubergarten. Aufs Programm hatten sie sieben Stimm- und Schlagzeugstücke von Giacinto Scelsi, die Nummern 64 und 85 aus John Cages „Song Books“, von Pierluigi Billone ein Stimmstück und Iannis Xenakis‘ „Kassandra“ für Stimme und Schlagzeug gesetzt. So verschieden diese Musiken sind, sie verschmolzen zu einem fantastischen Hörabenteuer, lockten die Zuhörer in eine „unerhörte“ Klangwelt, die, frei von jeder Geschwätzigkeit, nur für sich besteht. In höchster Konzentration gesungen

 

 

Musikbeispiele

Alle Titel (Ausschnitte) rec. live März 2005 (Radio DRS) Gare du Nord, Basel